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Bezirksliga 9 NR: Interview mit Oliver Gramm (Trainer des SV Wesel)
"Wieder für positive Schlagzeilen sorgen"

Bezirksliga 9 NR: Interview mit Oliver Gramm (Trainer des SV Wesel)

Fikret Samhal war wirklich zu beneiden. Der Ex-Spielertrainer des SV Wesel hatte mit seiner eiligst zusammengestellten Truppe nie die Chance, in der Bezirksliga 9 NR Fuß zu fassen. Mit aktuell null Punkten und 18:106 Toren steht der SVW auf dem letzten Tabellenplatz. Nach der 1:9-Pleite gegen Dostlukspor Bottrop warf Samhal das Handtuch. Seitdem steht Oliver Gramm an der Seitenlinie der Weseler. RevierSport Online sprach mit dem neuen Trainer über seine Ziele, die kommende Saison und die nächsten Spiele.

Hallo Herr Gramm! Seit einigen Wochen sind Sie Trainer des SV Wesel. Wie kam der Kontakt zu Stande?

Gramm: „Eigentlich wollte ich die Fußballschuhe schon an den Nagel hängen. Nach meinem letzten Engagement beim SV Büderich hatte ich vor, nur noch hobbymäßig mit meinen Kumpels bei den Alt-Herren des SV Wesel zu kicken. Doch schon bald war klar, dass die „Erste“ Unterstützung dringend nötig hatte. Ich wurde gefragt, ob ich aushelfen könnte, und machte einige Spiele in der Hinrunde. Nach dem Rücktritt von Fikret Samhal sind die Verantwortlichen dann auf mich zugekommen. Nun bin ich Trainer des SV Wesel.“ Mit welchen Ambitionen sind Sie gestartet?

Gramm: „Für mich war ganz wichtig, dass ich die Mannschaft auch in der nächsten Saison trainieren darf. Sonst hätte ich das nicht gemacht. Gleich nach meinem Amtsantritt habe ich damit begonnen, einen Schnitt zu machen.

Zur Person:

Oliver Gramm wurde am 15.08.1970 geboren. Seine Stationen als Aktiver waren der PSV Wesel, BW Weseler Zebras, SuS Wesel-Nord, Viktoria Wesel, Anadolu Spor Wesel und der SV Büderich. Er ist verheirat und hat einen 10-jährirgen Sohn, dessen Herz für den FC Schalke 04 schlägt.

Die Planungen laufen voll und ganz auf die nächste A-Liga-Saison hinaus. Die Mannschaft merkt, dass sich etwas im Verein tut. Im Training stehen mir regelmäßig 12 bis 14 hoch motivierte Spieler zur Verfügung.“ Wie bereiten Sie Ihre Spieler auf die kommenden Meisterschaftspartien vor?

Gramm: „Die Mannschaft ist sehr lernwillig und zieht voll mit. Wir wollen uns mit Anstand aus der Bezirksliga verabschieden und den einen oder anderen Gegner ärgern, bzw. das Ergebnis im Rahmen zu halten. Ob es dann zu Punkten reicht, vermag ich nicht zu sagen. Gleich das erste Spiel nach meinem Amtsantritt hat mich sehr positiv gestimmt. Zwar ging das Spiel gegen den 1. FC Bocholt 1:3 verloren, doch das war unsere beste Saisonleistung. In den Übungseinheiten lege ich seit kurzer Zeit sehr viel Wert auf Kondition. Das war in dieser Spielzeit oft unser größtes Manko. Nach 70 Minuten konnten wir nicht mehr zulegen. Den größten Teil der Gegentreffer haben wir in den Schlussviertelstunden kassiert.“ Fikret Samhal, Ex-Spielertrainer des SVW, hat angekündigt, weiter für den Verein spielen zu wollen. Was ist daraus geworden?

Gramm: „Ich habe ihm gesagt, dass er erst einmal ein bisschen Abstand gewinnen soll. Ich kenne Fikret seit fast 30 Jahren und wir sind sehr gut befreundet. Wir hatten nie Schwierigkeiten miteinander und er hat mir zugesichert, dem SV Wesel, wenn nötig, als Spieler zu helfen.“

Wie weit sind die Planungen für die nächste A-Liga-Saison bereits vorangeschritten?

Gramm: „Ich habe sehr gute Gespräche mit fünf jungen Spielern geführt. Ich habe ihnen mein Konzept erklärt und sie wollen für den SVW spielen. Da sind richtig gute Jungs darunter. Außerdem trägt unsere Jugendarbeit langsam Früchte. Drei A-Jugendliche trainieren bereits seit geraumer Zeit bei der ersten Mannschaft mit und sammeln Spielpraxis in der Bezirksliga. Mein Co-Trainer Michael Tyrann ist gleichzeitig Übungsleiter der A-Jugend. So haben wir die bestmögliche Schnittstelle zwischen Jugend- und Seniorenbereich.“ Was kann der SV Wesel in der nächsten Spielzeit erreichen?

Gramm: „Ich bin mir sicher, dass wir im oberen Tabellendrittel mitmischen können. Meine Mannschaft hat enormes Potenzial und wird wenig Probleme haben, sich in der Liga zu etablieren. So eine Bilanz wie in dieser Spielzeit wird es wohl so schnell nicht noch einmal geben. Wir wollen wieder für positive Schlagzeilen über den SVW sorgen.“

Sie sprechen es an: Die Bilanz des SV Wesel ist rabenschwarz. Belastet das Ihre Arbeit mit den Spielern?

Gramm: „Nein! Alle Spieler haben mir gesagt, dass sie im Verein bleiben wollen. Die Jungs haben nun die einmalige Chance, mit einer Vorbereitungszeit von vier bis fünf Monaten in eine Saison zu starten.“ Am nächsten Sonntag gastieren Sie beim SV Vonderort. Wie schätzen Sie die Bottroper ein?

Gramm: „Im Hinspiel sind wir sogar in Führung gegangen, mussten dann aber wie so oft in den letzten Minuten dem Gegner den Vortritt lassen. Wir fahren dahin, um uns so gut wie möglich zu präsentieren. Natürlich lege ich in erster Linie Wert darauf, dass wir in der Defensive gut stehen. Mit unseren schnellen Kontern sollten wir in der Lage sein, auch vorne Akzente zu setzen.“

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